Familie Marx und ihre Bücher

Ein Blick in Marx’ Bücherschrank zeigt: er war gut gefüllt mit Büchern und Broschüren aus fast allen Wissensbereichen und in mehr als einem Dutzend Sprachen. Marx war ein leidenschaftlicher Leser und auf die Frage, was seine Lieblingsbeschäftigung sei, antwortete er „bookworming“. Er war nicht nur einer der eifrigsten Nutzer der British Library in London, sondern auch ein Büchersammler. Seine Bücher waren mit Unterstreichungen, Randstriche und Randbemerkungen versehen – sogenannten Marginalien. Sein Schwiegersohn Paul Lafargue bemerkte: „Die Bücher waren ihm geistige Werkzeuge und nicht Luxusgegenstände.“ Es war also eine Gelehrten- und Arbeitsbibliothek. Bevor sich Marx in London als Emigrant niederließ, begleitete ihn seine Büchersammlung von Berlin, wo er studierte, über Köln, Kreuznach, Paris, Brüssel und wieder Köln – der Beginn eines wechselvollen Schicksals. So ist auch die Überlieferungsgeschichte der Bücher von Marx und seines Freundes Engels ein spannendes Stück Kulturgeschichte.

Eine Seite aus dem Buch von Henry Crossby Irwin: The garden of India, London 1880, mit Marginalien von Marx.

Prof. Dr. Rolf Hecker, Jg. 1953, studierte politische Ökonomie und Geschichte ökonomischer Lehrmeinungen an der Moskauer Lomonossow-Universität; ist vierzig Jahre in der Marx-Engels- Forschung und -Edition tätig, Bearbeiter von MEGA- und MEW-Bänden; Vorsitzender des Berliner Vereins
zur Förderung der MEGA-Edition, Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.


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Datum/Zeit
Date(s) - 17.05.2018
18:30 - 20:30

Veranstaltungsort
Peter-Weiss-Bibliothek

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